Kennen Sie diesen Mann – Rezension | Produktplatzierung

Kenne ich David? Mhh..nicht wirklich. Was äußerst schade ist, schließlich sollte ich David doch Kennenlernen oder? Trotzdem war das Buch aber keine komplette Enttäuschung, es hätte allerdings deutlich besser sein können. Wie Ihr das verstehen könnt, verrate ich euch.

David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich?

Quelle: Verlagsgruppe Random House (btb)

 

Titel: Kennen Sie diesen Mann?
Original Titel: Innsirkling 1
Autor/in: Carl Frode Tiller
Übersetzer/in: Ina Kronenberg
Seitenanzahl: 352
Preis: 10,00€
ISBN (13): 978-3-442-71590-9
Verlag: btb
Coverrechte liegen beim genannten Verlag

 

Ein schönes und zugleich mysteriöses Cover. Passend zum Klappentext, in welchem gefragt wird, wer David ist? Ein schöner Farbverlauf mit gut ausgesuchten Farben. Das gesamte Cover wurde gut zum Buch gestaltet und schafft es schon alleine, ohne dass man einen Blick auf den Klappentext werfen muss, die Neugier zu wecken.

Anhand des Klappentext erfährt man was einem in diesem Buch erwartet. David hat sein Gedächtnis verloren und möchte sich wieder erinnern können, wer er eigentlich war. David selbst kommt in diesem Buch jedoch nicht einmal selbst zum Zug. Dazu aber gleich mehr. Das Buch ist in drei Kapitel eingeteilt und man wird auch ein bisschen zu sehr in die Geschichte hineingeworfen. Der Start war etwas holprig und nicht gerade sanft. Ich brauchte erst mal ein gewisse Zeit um hineinzukommen und das Ganze zu verstehen. Ab diesem Zeitpunkt lass es sich aber angenehm. Auch wenn Tiller oft sehr lange Schachtelsätze gebildet hat, empfand ich das nicht als unangenehm. Meistens bringen solche Sätze viel Unruhe, weil man dann manchmal nicht mehr am Ende weiß, was am Anfang des Satzes stand. Das Gefühl habe ich bei Tiller nicht gehabt. Keinen einzigen Satz musste ich doppelt lesen, allerdings hat er sich sehr oft wiederholt. Besser gesagt seine Protagonisten haben oft das Gleiche gedacht und er hat auch immer wieder genau die gleichen Sätze verwendet. Das hätte man ein wenig abkürzen können und wenn wir schon bei den Protagonisten sind. Nach diesen ist das Buch unterteilt. Zum Anfang liest man Johns Briefe an David und aus seinem Hier und Jetzt. Was ich von John als Charakter halten soll, weiß ich nicht so recht. Also seine Familie ist schrecklich und ist mir tierisch auf den Zeiger gegangen, wie kann man denn nur so sein? John war jetzt auch nicht gerade die vorzeige Person aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass er einfach nur missverstanden wird. Danach ist Arvid David´s Stiefvater an der Reihe. Diesen fand ich am besten. Er war mir äußerst sympathisch, trotzdem er keinen Kontakt mehr zu David hatte und in der Vergangenheit anscheinend nicht immer alles rosig war, wollte er für ihn da sein und ihm helfen. Auch die Sprünge zur aktuellen Zeit haben mir bei Arvid immer gefallen, bei den anderen beiden fand ich sie oft zu lang und unnötig. Damit kommen wir auch schon zur letzten Person. Silje. Was soll ich zu ihr sagen? Sie hat mir das Buch ein bisschen versaut, in dem sie den Schluss des Buches gebildet hat. Es war für mich ganz schrecklich ihre Gedanken und Briefe lesen zu müssen. Sie war mir als Mensch so unsympathisch, wie noch kein Charakter in einem Buch. Warum? Das kann ich euch ohne zu Spoilern nicht sagen, daher bleibt es bei der Aussage, dass sie einfach schrecklich war. Wenn ich jetzt allgemein auf das Buch zurückblicke, frage ich mich an vielen Stellen, was hat es mir gebracht, dass zu erfahren? Ich wollte doch wissen, wer David ist und keine Aufzählung von Siljes Problemen. Im Klappentext wird doch sogar noch gefragt, ob David diese Antworten wirklich hören möchte. Und will er sie hören? Ich weiß es nicht, darauf bekam man keine Antwort. Allgemein habe ich nicht das Gefühl, David zu kennen. Ich kenne jetzt John, Arvid und Silje. Ja die kennt man nun gut aber David nur ein bisschen. Zwar gibt es noch einen zweiten Teil aber mal ganz ehrlich, Tiller hat bei mir kein Interesse geweckt, den zweiten Teil zu lesen. Ehrlich gesagt war ich auch während des ganzen lese Prozess im Zwiespalt. Auf der einen Seite wollte ich gern erfahren, wer nun David ist und auf der anderen Seite war das Lesen an vielen Stellen so anstrengend, dass ich am liebsten aufgehört hätte. Besonders dann bei Silje.

Ich hatte einfach andere Erwartungen an das Buch. Anhand des Klappentextes dachte ich, man würde diesen David wirklich kennenlernen und wissen was er nun für ein Mensch ist. Auch wenn es noch einen zweiten Teil gibt, wurden meine Erwartungen an dieses Buch nicht erfüllt. Es gab leere Versprechen und das enttäuscht mich am meisten. Leider kann man nur vermuten, was David für eine Person ist, weil man in den Briefen etwas über ihn erfährt aber oft spiegeln die Schreiber der Briefe ihre eigenen Gedanken wieder und damit fällt David wieder hinten runter. Ich hätte mir einfach gewünscht, mehr über ihn zu erfahren und vielleicht sogar ihn selbst im letzten Kapitel kennenzulernen. So weiß ich schließlich nur ein paar Häppchen darüber, wie er in seiner Jugend gewesen ist. Anscheinend hatten sie alle danach keinen Kontakt mehr zu David.

Das Buch bekommt von mir 2,5 von 5 Ankern.

Denn spannend war es trotzdem irgendwie, weil ich bis zum Schluss die Hoffnungen hatte, David kennen zulernen und Tillers Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen.

Vielen Dank an die Verlagsgruppe Random House (btb) für dieses Rezensionsexemplar!

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